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Ausgangslage

Rund sieben Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Österreich sind weder in einer Ausbildung oder arbeitsmarktpolitischen Schulungsmaßnahme noch berufstätig. Diese jungen Menschen werden der sogenannten NEET-Gruppe (Not in Education, Employment or Training) zugeordnet. Das Phänomen NEET hat auch eine demografische Komponente: Unter den NEET-Jugendlichen lässt sich ein vergleichsweise hoher Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund ausmachen.

Das Problem

Es brauchen nicht alle Angehörigen der NEET-Gruppe externe Unterstützung beim Zugang bzw. bei der Rückkehr ins Ausbildungssystem. Manche von ihnen sind jedoch gleich mehrfach benachteiligt und deshalb sehr stark auf zielgerichtete, individuelle Unterstützungsangebote angewiesen.

Jugendliche mit Fluchthintergrund gehören meist zur letztgenannten Gruppe. Sie leiden insbesondere unter fehlenden Sprachkenntnissen, geringerer Schulbildung, psychischen Problemen durch Traumatisierungserfahrungen und fehlendem Wissen über das hiesige Bildungssystem und Berufswesen. Wie bei anderen Jugendlichen ohne Anbindung an das Ausbildungssystem führt dies in der Regel zu mangelndem Selbstvertrauen, großen Motivationsproblemen – verstärkt durch die unklare Bleibeperspektive – und schließlich zu einem starken Gefühl von Orientierungs- und Perspektivlosigkeit.

Was häufig noch hinzukommt: schlechte oder geringe Erfahrungen im Schulsystem, unzureichende Beratung in einem unbekannten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und die in Österreich stark selektierende, weil außerordentlich hohe Bedeutung formaler beruflicher Qualifikationen. Das macht den Wiedereinstieg in eine Ausbildung oder einen Beruf für diese Menschen besonders schwer. Langfristig kann das zu großer sozialer und finanzieller Unsicherheit und Rückzugstendenzen der betroffenen Jugendlichen führen, aber auch hohe gesellschaftliche Folgekosten mit sich bringen.

Zahlen

In Österreich fallen Jugendliche mit Migrationshintergrund deutlich öfter (21%) in die Gruppe der NEETs als Jugendliche ohne Migrationshintergrund (8,9%).

Ein insgesamt signifikant höheres Risiko trifft Migrantinnen: ein Viertel (knapp 24 %) der 16- bis 24-jährigen Frauen der ersten Generation sind vom NEET-Phänomen betroffen (Männer: 13,5 %).

(lt. Studie von ISW, IBE und JKU (2012): »Unterstützung der arbeitsmarktpolitischen Zielgruppe „NEET“«)

»Jugendliche, die im Beschäftigungs- und Ausbildungssystem nicht integriert sind, haben geringeres institutionelles Vertrauen und engagieren sich auch weniger sozial.«


— lt. Eurofund 2012 »NEETs - Young people not in employment, education or training: Characteristics, costs and policy responses in Europe«
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Job Goals

begleitet Jugendliche und junge Erwachsene, die über das Fußballspielen zu »Kicken ohne Grenzen« gekommen sind, beim Einstieg ins Bildungssystem und Berufsleben.

Job Goals

begleitet Jugendliche und junge Erwachsene, die über das Fußballspielen zu »Kicken ohne Grenzen« gekommen sind, beim Einstieg ins Bildungssystem und Berufsleben.

Kicken ohne Grenzen betreut derzeit ca. 120 Jugendliche.


— Stand Ende 2018